Sehenswürdigkeiten

Jahrtausende Geschichte, in Stein gehauen

Georgien vereint auf kleinem Raum eine außergewöhnliche Dichte an historischen Bauwerken: jahrtausendealte Kirchen und Klöster hoch in den Bergen, in Fels gehauene Höhlenstädte und wehrhafte Festungen entlang uralter Handelsrouten. Batumi und Tiflis haben mit ihren eigenen Themenseiten bereits einen Überblick über die jeweilige Stadt, hier geht es um die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten im restlichen Land.

Kirchen & Klöster

Die georgisch-orthodoxe Kirche prägt das Land seit dem 4. Jahrhundert, und ihre bedeutendsten Bauwerke zählen zu den ältesten und eindrucksvollsten Sakralbauten des Kaukasus. Mehrere davon stehen auf der UNESCO-Welterbeliste.

Gergeti-Dreifaltigkeitskirche

Auf rund 2.170 Metern Höhe thront diese Kirche aus dem 14. Jahrhundert oberhalb des Dorfes Kazbegi, mit dem schneebedeckten Gipfel des Kasbek als Kulisse. Der Aufstieg dauert etwa zwei Stunden zu Fuß oder ist per Geländewagen erreichbar, das Panorama gilt als eines der eindrucksvollsten in ganz Georgien und ist eines der meistfotografierten Motive des Landes.

Svetitskhoveli-Kathedrale & Jvari-Kloster (Mzcheta)

Die ehemalige Hauptstadt Mzcheta, nur eine halbe Stunde von Tiflis entfernt, beherbergt gleich zwei UNESCO-Welterbestätten. Die Svetitskhoveli-Kathedrale aus dem 11. Jahrhundert gilt als eine der wichtigsten Kirchen des Landes und soll der Überlieferung nach das Gewand Christi bewahren. Hoch über dem Zusammenfluss von Kura und Aragwi wacht das Jvari-Kloster aus dem 6. Jahrhundert, einer der ältesten erhaltenen Sakralbauten Georgiens mit weitem Blick über die Stadt.

Bagrati-Kathedrale & Gelati-Kloster (Kutaisi)

In und um Kutaisi, die drittgrößte Stadt Georgiens, liegen zwei weitere UNESCO-geschützte Bauwerke. Die Bagrati-Kathedrale aus dem 11. Jahrhundert prägt mit ihrer Lage auf einem Hügel das Stadtbild, während das Gelati-Kloster wenige Kilometer außerhalb im Mittelalter als bedeutendes Kloster- und Bildungszentrum galt und noch heute für seine gut erhaltenen Fresken bekannt ist.

David-Gareja-Höhlenklosterkomplex

Nahe der Grenze zu Aserbaidschan, in einer kargen Halbwüstenlandschaft, erstreckt sich ein weitläufiger Komplex aus Dutzenden Höhlenklöstern, die ab dem 6. Jahrhundert direkt in den Sandsteinfelsen gehauen wurden. Der bekannteste Teil, Udabno, ist für seine gut erhaltenen Fresken bekannt, während sich von den umliegenden Graten ein weiter Blick über das georgisch-aserbaidschanische Grenzgebiet bietet.

Höhlenstädte & Festungen

Georgiens Lage am Schnittpunkt großer Handelswege machte über Jahrhunderte hinweg Verteidigungsanlagen und befestigte Siedlungen notwendig. Erhalten sind heute eindrucksvolle Höhlenstädte und Festungen, die einen unmittelbaren Einblick in das Leben vergangener Jahrhunderte geben.

Vardzia

Diese im 12. Jahrhundert unter Königin Tamar angelegte Höhlenklosterstadt zieht sich über 13 Ebenen in einen steilen Felshang an der Grenze zur Türkei. Ursprünglich verfügte die Anlage über mehrere Tausend Räume, darunter Kirchen, Weinkeller und Wohnräume, und diente sowohl als Kloster als auch als Bollwerk gegen Invasionen aus dem Süden. Ein Teil der Anlage ist bis heute begehbar.

Uplistsikhe

Nahe der Stadt Gori gelegen, zählt diese Felsstadt zu den ältesten Siedlungen Georgiens und war bereits in vorchristlicher Zeit bewohnt. Über Jahrhunderte diente sie als wichtiger Handelsposten an der Seidenstraße, mit in den Fels gehauenen Wohnräumen, Tempeln, einer Apotheke und sogar einem Amphitheater. Ein unterirdischer Tunnel führt hinunter zum nahegelegenen Fluss Mtkwari.

Ananuri-Festung

Direkt an der Georgischen Heerstraße zwischen Tiflis und Kazbegi gelegen, überblickt diese Festung aus dem 16. und 17. Jahrhundert den türkisfarbenen Zhinvali-Stausee. Der gut erhaltene Komplex aus Wehrtürmen und zwei Kirchen war einst Sitz der Herzöge von Aragvi und zählt zu den meistbesuchten Zwischenstopps auf dem Weg in den Großen Kaukasus.

Rabati-Festung (Akhaltsikhe)

Die Festung von Akhaltsikhe im Südwesten Georgiens spiegelt mit einer Moschee, einer Synagoge und einer Kirche innerhalb derselben Mauern die wechselvolle georgisch-osmanische Geschichte der Region wider. Nach einer umfassenden Restaurierung präsentiert sich die Anlage heute als weitläufiger, begehbarer Komplex mit Museum und weitem Blick über das Tal.

Naturwunder & Sonstiges

Neben Bauwerken hat Georgien auch landschaftlich und geologisch einiges zu bieten, das eigene Anreise wert ist.

Swanetische Wehrtürme (Mestia & Ushguli)

In der abgelegenen Bergregion Swanetien prägen Dutzende steinerne Wehrtürme aus dem Mittelalter das Landschaftsbild der Dörfer Mestia und Ushguli. Sie dienten Familien einst als Zuflucht vor Blutfehden und Lawinen und stehen als UNESCO-Welterbe unter Schutz. Ushguli gilt zudem als eine der höchstgelegenen dauerhaft bewohnten Siedlungen Europas, mit dem Berg Shkhara als eindrucksvoller Kulisse.

Prometheus-Höhle

Nahe Kutaisi liegt eine der größten und am besten erschlossenen Tropfsteinhöhlen Georgiens. Auf einem beleuchteten, gut ausgebauten Rundweg lassen sich beeindruckende Stalaktiten- und Stalagmitenformationen sowie unterirdische Seen besichtigen, ein Teil der Strecke wird per Boot zurückgelegt.

Für die Reiseplanung

Viele dieser Orte lassen sich gut zu Tagesausflügen von Tiflis, Kutaisi oder Batumi aus verbinden.

UNESCO-Welterbe

4 Stätten

Mzcheta, Gelati/Bagrati, Swanetische Wehrtürme, Oberes Swanetien

Naher Ausgangspunkt

Tiflis, Kutaisi, Gori

für die meisten Tagesausflüge

Beste Reisezeit

Mai bis Oktober

Bergregionen ab Juni schneefrei