Regionen

Neun Regionen, ein kleines Land voller Kontraste

Georgien gliedert sich in eine Vielzahl historisch gewachsener Regionen, die trotz der überschaubaren Landesgröße erstaunlich unterschiedlich sind: von der subtropischen Schwarzmeerküste über die Weinberge Kachetiens bis zu den Viertausendern des Kaukasus. Die folgende Übersicht stellt die wichtigsten Regionen mit ihren Besonderheiten vor.

Adscharien (Adjara)

Adscharien liegt an der subtropischen Schwarzmeerküste im Südwesten Georgiens und ist mit der Hafenstadt Batumi das touristische und wirtschaftliche Schwergewicht der Region. Milde Winter, feuchtwarme Sommer und eine lebendige Skyline aus Hochhäusern, Casinos und Neubauprojekten prägen das Bild. Für internationale Investoren zählt Adscharien seit Jahren zu den gefragtesten Standorten Georgiens, mit einem breiten Angebot an Ferienwohnungen, Kurzzeitvermietung und Erstwohnsitzen.

Kachetien (Kakheti)

Kachetien im Osten Georgiens gilt als das Herz des georgischen Weinbaus und bringt rund zwei Drittel der nationalen Weinproduktion hervor. Sanfte Weinberge, die Provinzhauptstadt Telavi und das malerische Sighnaghi, bekannt als „Stadt der Liebe“ mit seiner gut erhaltenen Stadtmauer, ziehen sowohl Weinliebhaber als auch Kulturreisende an. Die traditionelle Qvevri-Weinbereitung wird hier bis heute in vielen Familienbetrieben praktiziert.

Imeretien

Imeretien war einst das Zentrum des antiken Königreichs Kolchis und später ein eigenständiges georgisches Königreich. Kutaisi, die zweitgrößte Stadt des Landes und ehemalige Hauptstadt, verbindet historische Bausubstanz mit wachsender Bedeutung als Wirtschafts- und Verkehrsknotenpunkt samt internationalem Flughafen. In der Umgebung locken Naturphänomene wie die Prometheus-Höhle sowie die Canyons von Martvili und Okatse mit türkisfarbenem Wasser und dichter Vegetation.

Mzcheta-Mtianeti

Diese Region nördlich von Tiflis verbindet die alte Königsstadt Mzcheta, den religiösen Ursprungsort Georgiens, mit der dramatischen Berglandschaft rund um Kazbegi und Stepantsminda. Die Gergeti-Dreifaltigkeitskirche vor dem schneebedeckten Kasbek-Massiv gehört zu den meistfotografierten Motiven des Landes. Wer mit dem Auto anreist, durchquert auf der berühmten Georgischen Heerstraße spektakuläre Pässe und passiert die jahrhundertealte Festung Ananuri direkt am Ufer eines türkisblauen Stausees.

Swanetien

Swanetien im hohen Kaukasus ist für seine steinernen Wehrtürme bekannt, die als UNESCO-Weltkulturerbe geschützt sind und das Ortsbild von Mestia bis heute prägen. Die Region beherbergt mit Ushguli eines der höchstgelegenen dauerhaft bewohnten Dorfensembles Europas, umgeben von Fünftausendern wie dem Schchara. Die Abgeschiedenheit hat eine eigenständige Kultur mit eigener Sprache bewahrt und macht Swanetien zu einem der eindrücklichsten Wander- und Bergsportziele Georgiens.

Kartli

Kartli umschließt als historischer Kernraum Georgiens die Hauptstadt Tiflis und gliedert sich in mehrere Provinzen beiderseits des Kura-Flusses. In Gori, dem Geburtsort Josef Stalins, erinnert ein Museum an die sowjetische Vergangenheit, während sich nur wenige Kilometer entfernt mit Uplistsikhe eine der ältesten Felsenstädte des Landes befindet. Die Nähe zur Hauptstadt macht die Region zunehmend auch für Wohn- und Gewerbeprojekte im Speckgürtel Tiflis' interessant.

Samzche-Dschawachetien

Im Südwesten Georgiens, nahe der Grenze zur Türkei, liegt mit Samzche-Dschawachetien eine Region kontrastreicher Landschaften: der Kurort Borjomi ist weltweit für sein Mineralwasser bekannt und liegt eingebettet in einen ausgedehnten Nationalpark, während das Höhlenkloster Vardzia mit hunderten in den Fels gehauenen Räumen zu den beeindruckendsten Sakralbauten des Mittelalters zählt. In Achalziche lädt die restaurierte Rabati-Festung mit Moschee, Kirche und Museum zu einem Streifzug durch die religiöse Vielfalt der Region ein.

Gurien

Gurien ist die kleinste Region Georgiens und liegt an der Schwarzmeerküste unmittelbar südlich von Adscharien. Fruchtbare, subtropische Böden begünstigen den Anbau von Zitrusfrüchten und Tee, der hier seit dem 19. Jahrhundert Tradition hat. Touristisch spielt Gurien bislang eine untergeordnete Rolle, was der Region einen ruhigen, ursprünglichen Charakter abseits größerer Besucherströme bewahrt hat.

Ratscha-Letschchumi

Ratscha-Letschchumi zählt zu den abgelegensten und am dünnsten besiedelten Regionen Georgiens, geprägt von tiefen Tälern und schroffen Bergketten am Südhang des Kaukasus. Bekannt ist die Region vor allem für ihren Wein, allen voran den halbsüßen Khvanchkara, der zu den bekanntesten georgischen Weinen zählt. Die geringe touristische Erschließung macht Ratscha-Letschchumi zu einem Ziel für Reisende, die unberührte Natur und traditionelles Dorfleben abseits ausgetretener Pfade suchen.