Batumi ist die Heimat des berühmtesten Khachapuri Georgiens und zugleich eine Küstenstadt mit eigener Fischküche und einer wachsenden Café-Szene. Wer durch die Stadt schlendert, findet auf engem Raum traditionelle Familienrestaurants, Fischlokale im Hafenviertel und moderne Rooftop-Bars mit Meerblick nebeneinander.
Das Adjaruli Chatschapuri ist das kulinarische Aushängeschild von Batumi und der gesamten Region Adscharien: ein bootsförmiges Hefebrot, gefüllt mit geschmolzenem Käse, in dessen Mitte kurz vor dem Servieren ein rohes Ei und ein großes Stück Butter versenkt werden. Die Form soll ein kleines Boot mit goldenem Sonnenuntergang darstellen, ein Bild, das man an der Küste schnell nachvollziehen kann.
Gegessen wird es, indem man Ei und Butter direkt am Tisch mit einer Gabel unterrührt, bis eine cremige Füllung entsteht. Anschließend bricht man die Ränder des Brotes ab und tunkt sie hinein. In Batumi servieren praktisch alle traditionellen Restaurants ihre eigene Version, kleine Unterschiede in Käsesorte und Backzeit sorgen unter Einheimischen für durchaus ernsthafte Diskussionen, welches Lokal das beste macht.
Als Küstenstadt am Schwarzen Meer hat Batumi eine deutlich stärkere Fischküche als das georgische Binnenland. Im Hafenviertel und rund um den Fischmarkt haben sich kleine, oft familiengeführte Fischrestaurants etabliert, die auf frischen Fang setzen: gegrillte Meerbarbe, Sultanibarsch oder Forelle aus den umliegenden Flüssen gehören zu den Klassikern.
Die Zubereitung ist meist bewusst einfach gehalten, Fisch vom Grill mit etwas Zitrone, frischen Kräutern und einer Beilage aus Bohnen oder Salat, damit der Geschmack des Fangs im Vordergrund bleibt. Wer abseits der großen Touristenmeile isst, findet die authentischsten und zugleich günstigsten Fischlokale eher in den kleinen Gassen als direkt an der Promenade.
Entlang des Batumi Boulevard und rund um den Piazza-Platz hat sich in den vergangenen Jahren eine lebendige Restaurantszene entwickelt. Neben klassisch georgischer Küche finden sich hier zunehmend internationale Konzepte, von italienischer über asiatische bis zu georgisch-mediterraner Fusionsküche, oft in modernen Neubauten mit direktem Meerblick.
Besonders beliebt sind Rooftop-Bars und -Restaurants in den höheren Stockwerken der Hochhäuser entlang der Küste: Wer den Sonnenuntergang über dem Schwarzen Meer bei einem Glas Wein oder Chacha erleben möchte, findet dort einige der besten Aussichtspunkte der Stadt, meist bei moderaten Preisen im Vergleich zu vergleichbaren Lagen in Westeuropa.
Rund um die Altstadt und den Piazza-Platz ist in den letzten Jahren eine aufstrebende Specialty-Coffee- Szene entstanden. Kleine, oft skandinavisch oder minimalistisch eingerichtete Cafés bieten Filterkaffee, hausgemachtes Gebäck und stabiles WLAN, ein Umfeld, das gezielt digitale Nomaden und die wachsende internationale Community der Stadt anspricht.
Daneben existiert weiterhin die klassische georgische Café-Kultur mit süßem türkischem Kaffee, Baklava-ähnlichem Gebäck und gemütlichen Innenhöfen, in denen man Stunden bei einem einzigen Kaffee verbringen kann, ohne dass jemand zum Gehen drängt.
Der zentrale Markt der Stadt ist ein guter Ausgangspunkt, um die regionalen Produkte hinter der adscharischen Küche kennenzulernen: frisches Obst und Gemüse aus den umliegenden subtropischen Tälern, Nüsse, Gewürze, Honig und die für Georgien typischen Kräuter und Würzpasten.
Für Selbstversorger und alle, die gerne selbst kochen, lohnt sich ein Besuch schon allein wegen der Vielfalt an Zitrusfrüchten und subtropischem Obst, das in dieser Fülle sonst kaum irgendwo in Georgien zu finden ist.
Adscharisches Chatschapuri
Käsebrot mit Ei und Butter
Fisch vom Grill
Meerbarbe, Sultanibarsch, Forelle
Specialty Coffee
v. a. rund um Altstadt und Piazza
Batumi-Markt
Obst, Gemüse, Gewürze, Nüsse